AKTUELLES | 21.01.2020A*dS Mitglied im Netzwerk Autorenrechte

 

Der A*dS ist der Berufsverband aller Autorinnen und Autoren sowie literarischer Übersetzerinnen und Übersetzer der Schweiz. Er wurde 2002 gegründet und umfasst heute über 1000 Mitglieder (Autorinnen und Übersetzer aller literarischen Gattungen und aller vier Landessprachen, dazu verschiedener weiterer Sprachen).
Der A*dS versteht sich als Interessensvertretung für die Sprache und das literarische Schaffen und Übersetzen in allen Sprachregionen der Schweiz (inklusive der 5. Landessprachen). Er engagiert sich für die Verbreitung der Literatur und deren Austausch zwischen Autoren bzw. Übersetzerinnen, Sprachgebieten und Ländern. Darüber hinaus setzt er sich für eine vielfältige Kulturlandschaft ein und gesamtschweizerisch für optimale gesellschaftliche, kulturpolitische, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen seiner Mitglieder ein. Damit engagiert er sich für bessere Lebensbedingungen aller Autorinnen und Autoren.

 



Der A*dS – der gesamtschweizerische Berufsverband für Autorinnen und literarische Übersetzer ist Mitglied Nummer 14 im Netzwerk Autorenrechte

www.a-d-s.ch


AKTUELLES | 31.05.2020Der Selfpublisher-Verband e.V. wird neues Mitglied im Netzwerk Autorenrechte

 

Dem Informations-Netzwerk gehören mittlerweile 14 Verbände, Vereine und Gruppen an – darunter der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, das PEN Zentrum Deutschland und der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.
»Das Netzwerk Autorenrechte heißt das 14. Mitglied in der verbandsübergreifenden Informations- und Aktions-Initiative herzlich willkommen! Der Selfpublisher-Verband e.V. wird den kollegialen Austausch mit seiner Expertise bereichern«, so die Initiatorin des Netzwerk Autorenrechte, die Schriftstellerin Nina George. »Das Berufsbild von Schriftstellerinnen und Schriftstellern hat sich in dem vergangenen Jahrzehnt durch die Möglichkeit des Selfpublishings erweitert. Seither stellen uns die digitalen Vertriebsmöglichkeiten vor dringende und vor allem gemeinsame Herausforderungen, seien es Themen wie E-Lending, Paid Piracy, Vergütungsstrukturen, Abrechnungs-Transparenz oder das Kleingedruckte der Vertriebsmonopolisten. Es ist nur folgerichtig, dass am Tisch des Netzwerks Autorenrechte alle Autorinnen und Autoren sitzen – ganz gleich, welchen Publikationsweg sie für sichwählen. « Vera Nentwich, 1. Vorsitzende des Selfpublishing-Verbands, sieht den Beitritt als wichtige Chance: »Die unabhängigen Autorinnen und Autoren bringen eine ganze neue Sichtweise in den Literaturbetrieb. Wir freuen uns, diese im Netzwerk Autorenrechte darstellen zu dürfen und nun gemeinsam und mit geballter Kraft für die Rechte aller Autorinnen und Autoren eintreten zu können.«
Das Netzwerk Autorenrechte (www.netzwerk-autorenrechte.de) wurde 2016 von neun deutschsprachigen Verbänden in Berlin anlässlich der Debatte um das Urhebervertragsrecht gegründet und repräsentiert über 10.000 AutorInnen und ÜbersetzerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bei den drei jährlichen Konferenzen werden autorenrelevante Themen und Rechtsfragen debattiert, Schwerpunkt-Workshops gehalten, gemeinsame Projekte (#frauenzählen), Umfragen (Lesehonorare, Selbstzensur) oder Erklärungen beschlossen.

 



Das Netzwerk Autorenrechte heißt das 14. Mitglied in der verbandsübergreifenden Informations- und Aktions-Initiative herzlich willkommen!

www.selfpublisher-verband.de


AKTUELLES | Förderverein Buch Förderverein Buch

Netzwerk Autorenrechte erhält 3000€ von der Autorenwelt

Foto © Jasmin Zipperling
Am 22.3.2019 übergab Sandra Uschtrin von der Autorenwelt dem Netzwerk Autorenrechte die erste externe Spende. Die Übergabe erfolgte auf der Leipziger Buchmesse, passenderweise direkt im Anschluss an eine Veranstaltung des Netzwerkes Autorenrechte zum Thema „Lasst uns über Geld sprechen“.
Vertreten durch Janet Clark nahm das Netzwerk Autorenrechte die Spende in symbolischen, riesenhaft vergrößerten Fünfhunderteuroscheinen entgegen, nachdem Janet Clark dem Publikum von der vielfältigen Arbeit und der Notwendigkeit des Netzwerkes Autorenrechte erzählt hatte. Dabei erwähnte sie auch, dass die Spende unter anderem hilft, Reisekosten abzupuffern, die nicht durch die eigenen Verbände gedeckt werden können. „Wir alle engagieren uns ehrenamtlich“, erläuterte Janet Clark, „je nachdem, wie akut ein Problem oder eine Aktion gerade ist, kann unsere ehrenamtliche Arbeit durchaus einen Großteil unserer Arbeitszeit auffressen. Wenn man dann auch noch die Reisekosten selbst tragen muss, und gleichzeitig weiß, dass wir mit unseren Anliegen zumeist gegen hochbezahlte Lobbyisten antreten, ist das ernüchternd.“ Sandra Uschtrin dazu: "Das Netzwerk Autorenrechte ist immens wichtig. Doch für Lobbyarbeit braucht es Geld. 3.000 Euro sind da eher ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ein Anfang. Ich hoffe, dass wir bald 30.000 und später 300.000 Euro im Jahr an das Netzwerk weiterleiten können. Da kommt es allen AutorInnen zugute. Und das ist genau das, was wir wollen.“
Der Buchmarkt hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert und wird weiterhin von disruptiven Kräften vor viele Herausforderungen gestellt. Dabei setzt sich das Netzwerk Autorenrechte dafür ein, dass die Stimmen der Autoren und Autorinnen von den wichtigen Partnern und Marktgestaltern sowie der Politik gehört und verstanden und ganz wichtig – berücksichtigt werden.
Wenn auch Sie die Arbeit des Netzwerks Autorenrechte unterstützen wollen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf!
Förderverein Buch
Das Netzwerk Autorenrechte ist eine gemeinsam Initiative von 12 AutorInnen – und ÜbersetzerInnenverbänden und vertritt gemeinsam über 7000 UrheberInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei gilt, dass jeder Verband situationsabhängig frei entscheidet, ob eine Aktion unterstützt werden soll oder nicht. Zu dem Netzwerk Autorenrechte gehört der gemeinnützige Verein Förderverein Buch, der die Gelder des Netzwerkes verwaltet.
Die Autorenwelt ist eine Plattform mit Informationen zum Literaturbetrieb, einem Forum und einem Blog. Außerdem betreibt sie eine Online-Buchhandlung, den Autorenwelt-Shop. Das Besondere daran: Von jedem Buch, das im Shop gekauft wird, leitet die Autorenwelt 7% vom Ladenpreis an die Person weiter, die es geschrieben hat. Möglich macht das eine Web-Applikation, das sogenannte Autorenprogramm. Daran können AutorInnen kostenlos teilnehmen. Bei allen, die das (noch) nicht tun, fließen die 7% in einen Sammeltopf. Sein Inhalt ging nun an das Netzwerk Autorenrechte - und zwar die stattliche Summe von 3000 Euro!

AKTUELLES | TERMINE NAR-Treffen Dezember 2018, München

 

Mit unseren Gästen und Expert*nnen sprachen wir über aktuelle politische Entwicklungen, Streamingmodelle, Hörbuchmarkt, Lese-Erziehung, Zukunft des Buches, E-Lending, Piraterie, Selfpublishing, Selbstzensur, Sprache, #frauenzählen, Messe-Aktionen.... Austausch, Freundschaft und konzentrierter Diskurs inklusive.


 

AKTUELLES | PRESSE | 11.03.2018

FRAUEN ZÄHLEN: Netzwerk-AG DIVERSITÄT nimmt Arbeit auf

 

Pilotstudie „Sichtbarkeit von Frauen in Medien und im Literaturbetrieb“ in Kooperation mit Universität Rostock gestartet

Frauen zählen: das verbandsübergreifende Projekt der AG DIVERSITÄT (netzwerk Autorenrechte). Die AG Diversität entstand aus der Arbeit am „Runden Tisch zu Frauen in Kultur und Medien“ bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (2016, 2017) mit Nina George als Berichterstatterin für die Literatur und dem „Kompetenzteam Buch“, dem die Autorinnenvereinigung, die Bücherfrauen, der PEN, der VS und die Mörderischen Schwestern angehörten.
In Kooperation mit dem Institut für Medienforschung Rostock sowie dem Institut für Germanistik Innsbruck wird im März 2018 eine Pilotstudie zu „Sichtbarkeit von Frauen in Medien und im Literaturbetrieb“ durchgeführt.
Über einen Zeitraum von 31 Tagen werden in 83 Medienformaten (Print, Hörfunk, TV) nach bestimmten Parametern zunächst Rezensionen und Literaturkritiken erhoben und ausgewertet, die zeigen sollen, ob Autorinnen im Gegensatz zu Autoren anders (Marginalisierter, weniger präsent?) wahrgenommen werden; nebenbei erheben wir, inwieweit Autoren und Autorinnen anderer Kulturen im Literaturdiskurs präsent sind.

Die Pilotstudie dient für das Forschungsprojekt an der Universität Rostock zur fortgesetzten Erhebung und Untersuchung der Sichtbarkeit von Autorinnen in der Literaturlandschaft; also fortgesetzt dann nach Rezensionen auch bei Preisen, Stipendien, darüber hinaus in Lehrinhalten und als Gesprächspartnerinnen und hinzugezogene Expertinnen, in Programmen der Verlage usw.

Beteiligt an der AG sind Vertreterinnen und Vertreter des PEN-Zentrums Deutschland, des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, der Mörderischen Schwestern, Das Syndikat – Autorengruppe Kriminalliteratur, des Bundeskongress Kinder- und Jugendbuch, der 42er Autoren und der Bücherfrauen sowie weitere Expertinnen und Journalistinnen.

Die Ergebnisse werden auf der Frankfurter Buchmesse 2018 präsentiert werden.

Alle Zählerinnen und Zähler >>

MEDIENBERICHTE
www.ndr.de/kultur
www.pen-deutschland.de/
www.pen-international.org/newsitems

 

AKTUELLES | PRESSE | 11.03.2018 Verlage gegen Rechts


Neues aus den Mitglieds-Verbänden: Das Syndikat – Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, das PEN-Zentrum Deutschland, der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) sowie der Verband deutschsprachiger Übersetzerinnen und Übersetzer VdÜ unterstützen offiziell die Initiative #VERLAGEGEGENRECHT
„Wir, die unterzeichnenden Verlage, Initiativen und Einzelpersonen, stehen für eine offene Debatte, einen Streit um die richtigen Ideen, um die Gesellschaft voranzubringen. Wir treten für die Teilhabe möglichst vieler Menschen an Literatur, Kultur und Bildung ein. Dabei spielt es keine Rolle, welche Herkunft, Sprache, sexuelle Identität und Orientierung oder Religion jemand hat. Wir wehren uns gegen die Ausgrenzung von Menschen aus diesen Gründen in jeder Form – politisch, sozial oder kulturell.
In krassem Gegensatz zu solch einer grundsätzlich offenen Haltung stehen rechte Medien, die seit Jahren auf der Leipziger Buchmesse präsent sind. Gerade Compact als Sprachrohr von PEGIDA und insbesondere des rechten Flügels der AfD steht nicht für Freiheit – weder für die Freiheit der Menschen noch für die Freiheit der Worte. Rechte Medien hetzen gegen die Presse, verbreiten Verschwörungsmythen und treten offen rassistisch, frauenverachtend und homofeindlich auf. Ihre Positionen sind keine Diskussionsbeiträge, denn an einem Austausch sind sie nicht interessiert. Sie sind die Scharfmacher*innen, in deren Windschatten sich Gewalttäter*innen bewegen. Die Zunahme der Angriffe gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte in Deutschland sowie gegen Menschen, die optisch vermeintlich keine „Deutschen“ sind, ist ein Beleg dafür.
Wir werden diesen Zustand nicht ohne Protest hinnehmen. Wir fordern die Leipziger Buchmesse auf, aus den verbalen Bekenntnissen zu demokratischen Grundsätzen Konsequenzen zu ziehen und Raum für Meinungsfreiheit zu bieten. Die Buchmesse ist ein Ort, an dem Buchverlage sowie Medien aller Gattungen und Besucher*innen zusammentreffen und miteinander in Austausch treten, politisch und kulturell. Wir wollen in die Diskussion gehen, möchten auf der Buchmesse über rechte Hetze und Diskriminierung sprechen. Wir laden Verlage, Autor*innen, Journalist*innen und Besucher*innen der Leipziger Buchmesse dazu ein, unter dem Motto #verlagegegenrechts Position zu beziehen. Wir nehmen die Präsenz völkischer, nationalistischer und antifeministischer Verlage nicht wort- und tatenlos hin. Und werden wie in den letzten Jahren Protest organisieren, wo immer wir auf sie treffen. Wenn Ihr dieses Statement unterzeichnen möchtet, schreibt bitte eine Mail an: verlagegegenrechts@gmail.com

VERLAGE GEGEN RECHTS
verlagegegenrechts.com

 

AKTUELLES | PRESSE | 11.03.2018 Wir begrüßen zwei neue Mitglieder im Netzwerk Autorenrechte!


Bundeskongress Kinderbuch:
bundeskongress-kinderbuch.de

Der Bundeskongress Kinderbuch ist der Zusammenschluss deutschsprachiger Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren. Er tritt für ihre künstlerischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Interessen ein.
Aktuell gehören diesem stetig wachsenden Netzwerk mehr als 150 professionelle Autorinnen und Autoren an. Voraussetzung für die Zugehörigkeit ist mindestens eine Veröffentlichung in einem Publikumsverlag.

Ziel des Bundeskongresses ist es, die gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Anerkennung der kreativen Arbeit von Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren zu stärken, auf bestehende Schwierigkeiten aufmerksam zu machen und diese konstruktiv zu lösen. Konkret stellt der Bundeskongress Musterverträge, Vergütungsbeispiele und andere Informationsmaterialien zur Verfügung und diskutiert Entwicklungen der Branche. Zum anderen wird der Kongress mit weiteren Autoren- und Illustratorenverbänden zusammenarbeiten, das Gespräch mit Verlagen, dem Buchhandel, Vertretern der Politik und allen Organisationen suchen, die sich mit Kinder- und Jugendliteratur befassen. Der Kongress äußert sich in den öffentlichen Medien zu aktuellen Belangen von Autorinnen und Autoren.

Im März 2017 trafen sich die deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautorinnen und Autoren erstmals und schlossen sich zum Bundeskongress zusammen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Seitdem finden die Zusammenkünfte zweimal jährlich, jeweils am Vortag der Leipziger und Frankfurter Buchmesse, statt.

 

Verband deutschsprachiger Übersetzerinnen und Übersetzer VdÜ:
literaturuebersetzer.de

Der VdÜ, als eingetragener Verein gegründet 1954, ist der Berufsverband der Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer. Der VdÜ ist seit 1974 als „Bundessparte Übersetzer“ eingebunden in den Verband deutscher Schriftsteller (VS) in der Gewerkschaft ver.di. VdÜ-Mitglieder sind damit gleichzeitig Mitglieder von ver.di wie auch des „Verbandes deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V.“
Der VdÜ vertritt die Interessen der Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer in der Öffentlichkeit, gegenüber den Vertragspartnern und deren Verbänden. Die Zahl seiner Mitglieder liegt bei etwa 1250.

Der VdÜ bietet Information, Rat und Unterstützung sowie Rechtsschutz. Alle Mitglieder des Vorstands sind selbst Übersetzer und arbeiten ehrenamtlich; in zahlreichen Initiativen und regionalen Gruppen setzen sich Mitglieder aktiv für die gemeinsamen Interessen ein.

Eines der wesentlichen Ziele des VdÜ ist die Verbesserung der rechtlichen und ökonomischen Bedingungen. Nach der Novellierung des Urheberrechts 2003, dem daran sich anschließenden sogenannten “Vergütungsstreit“ und zahlreichen Übersetzerklagen bis hin zu höchstrichterlichen Urteilen des Bundesgerichtshofes (2009 ff.) konnte der VdÜ 2014 mit einer Gruppe von Verlagen eine Gemeinsame Vergütungsregel vereinbaren. Zurzeit verhandelt der VdÜ über einen Normvertrag für Übersetzerinnen und Übersetzer mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

 

AKTUELLES | PRESSE | INTERVIEW 14.11.2016 VERBINDLICHE VERGÜTUNGSREGELN IN ALLEN KREATIVBRANCHEN

 

Was in der geplanten Novelle des Urhebervetragsrechtes fehlt:

"Ein verbessertes Urhebervertragsrecht sollte laut Koalitionsvereinbarung Vertragsparität gewährleisten", sagt Janet Clark - als Autorin engagiert im Netzwerk Autorenrechte. Der vorliegende Entwurf erfüllt der diesen Anspruch aus ihrer Sicht nicht. Aus vielen Gründen.

Im Bundestag wird eine Novelle des Urhebervertragsrechts diskutiert. Inwieweit löst der vorliegende Entwurf die aktuellen Probleme im Urheberrecht?
Leider löst er sie nicht. Ein verbessertes Urhebervertragsrecht sollte laut Koalitionsvereinbarung Vertragsparität gewährleisten, d. h. die Berufskreativen, deren - zumeist auf Selbstausbeutung beruhende - Arbeit die Grundlage für die Beschäftigung von 1,6 Millionen liefert, sollen mit den Kulturkonzernen auf Augenhöhe über angemessene Vergütungsmodelle verhandeln können. Vor allem im freien Journalismus und gegenüber Zeitungsverlagen, aber auch gegenüber den Öffentlich-Rechtlichen Sendern geraten unsere Kollegen immer häufiger in Situationen, in denen ihre Arbeit zu gering bezahlt wird – aber dafür umso häufiger genutzt, ob in Zeitungssyndikaten, in Online-Mediatheken oder in Archiven.

Die Novelle sollte auch sicherstellen, unfairen Vergütungsabsprachen, insbesondere unangemessenen Einmalzahlungen (Total Buy-Outs) und dem im journalistischen Bereich praktizierten "Blacklisting" entgegenzuwirken. In beiden Punkten versagt der Entwurf. Ein Grund ist der nun im Regierungsentwurf völlig unzureichend geregelte Auskunftsanspruch. Ein entscheidender Satz wurde gestrichen, nämlich, dass der Künstler Anspruch auch auf Auskunft von Dritten Vertragspartnern habe. Das wird für Buchautoren dann relevant, wenn Lizenzen verkauft werden – z. B. als Hörbuch oder Übersetzung, aber auch, wenn es um zweifelhafte Geschäftsmodelle wie die Amazon Flatrate geht. Wie soll eine faire Vergütung gewährleistet werden, solange diese dritten Vertragspartner nicht explizit zu einer Auskunft über einzelne Nutzungen verpflichtet sind?

Ein Streitpunkt ist das Rückrufrecht für Rechteinhaber nach einer bestimmten Zeit. Wie stehen Sie dazu?
Dieser Rechterückruf soll nur für diejenigen Urhebenden gelten, die ihre Rechte mittels Pauschalverträgen, sprich Total Buy-Outs abgetreten haben. Dieser ergänzende Passus war im Referentenentwurf nicht enthalten. Er legitimiert Verträge, die für Berufsautorinnen nachteilig sind: es wird nur einmal und in geringer Höhe bezahlt – ganz gleich, wie oft ein Verlag die Arbeit nutzt. Solche Pauschalmodelle machen für die wenigsten Berufskünstlerinnen Sinn (z. B. für Architekten). Zum anderen beschränkt sich das Rückrufrecht nach zehn Jahren (in der jetzigen Fassung) nur auf ein „Recht zur anderweitigen Verwertung“ einfacher Nutzungsrechte, während für die verbleibende Dauer der Einräumung das Nutzungsrecht des ersten Inhabers fortbesteht. Das ist weder für freie Journalisten sinnvoll, noch für Buchautoren. Unzufriedenheit entsteht bei Letzteren in den ersten drei bis fünf Jahren. In der Zeit werden Werke, die sich nicht durchsetzen können, zur Backlist-Leiche und verschwinden aus den Buchhandelsregalen. Es muss möglich sein, unbefriedigende Vertragsverhältnisse zu lösen.

Der Entwurf sieht auch neue Regeln zur angemessenen Vergütung für Urheber vor. Wie bewerten Sie diese?
Laut BMWi erwirtschaftete im Jahr 2013 die Kreativwirtschaft in Deutschland eine Bruttowertschöpfung von 65,9 Milliarden Euro. Die Basis dieses viertstärksten Wirtschaftssektors Europas sind die professionellen Berufskünstler. Wer nicht angestellt ist, und das sind die meisten, hangelt sich unter prekären Umständen als Einzelkämpfer von Auftrag zu Auftrag. Unser Beruf ist unberechenbar, das wissen wir alle – umso wichtiger sind faire Regelungen. Um Fairness zu erreichen, müssen jedoch verbindliche Vergütungsregeln in allen Kreativbranchen geschaffen werden, die dem Kreativen die Chance auf angemessene Vergütung ermöglichen. Doch genau das ist derzeit nicht verpflichtend.

Welche Regelungen sollten aus Ihrer Sicht unbedingt in einem neuen Gesetz stehen – bzw. welche auf keinem Fall? Unbedingt hinein:
• Ein umfassender Auskunftsanspruch, auch und besonders ggü. dritten Vertragspartnern. Urheber müssen für die Nutzung des von ihnen geschaffenen Werkes bezahlt werden. Eine faire Vergütung baut auf dem Wissen um ebendiesen Nutzungsumfang auf. Wir sind gespannt, ob YouTube nach der Einigung vom 1.11.2016 wirklich titelgenau und belegbar abrechnet, oder nach Gutdünken ausschüttet und sich selbst arm rechnet. Hier ersetzt die Gema-Google-Einigung auf keinen Fall ein Gesetz.
•Das Recht auf Verbandsklage und damit die Stärkung der kollektivrechtlichen Vertretung.
•Die „Pflicht zur gemeinsamen Vergütungsregelung“, um Schreibenden zu helfen, ohne Angst zu verhandeln. Für Buchautorinnen wäre es z. B. wünschenswert, dass eine Mindestbeteiligung an Printwerken nach Ausgabenart festgeschrieben wird, z. B. mindestens 6 % vom Taschenbuch, mindestens 10 % vom Hardcover. Zum Vergleich: Amazon verlangt 55 % vom Ladenpreis nur dafür, dass es ein Buch auf Lager hält.
•Die verbindliche Anerkennung von Schlichterstellen.

 

Janet ClarkJanet Clark - Autorin, Netzwerk Autorenrechte
und Präsidentin der Mörderischen Schwestern e.V.
Foto: Astrid Purkert

Janet Clark arbeitete nach ihrem Studium als wissenschaftliche Assistentin, Universitätsdozentin und Marketingchefin in Belgien, England und Deutschland. Nach einer erfolgreichen Karriere im Wirtschaftsbereich, startete sie 2010 noch einmal von Null: als Autorin. 2011 wurde ihr erster Roman veröffentlicht. Neben dem Schreiben setzt sich Janet Clark als Präsidentin der Mörderischen Schwestern e.V. und im Rahmen des Netzwerkes Autorenrechte für die Rechte von Autorinnen ein.
www.janet-clark.de


 

 

 

 


 

 

 

AKTUELLESVernetzt Euch! Engagiert Euch!

 

Das Netzwerk Autorenrechte stellte sich auf der Buchmesse Frankfurt vor.

Über Ziele, Aktionen und die Notwendigkeit einer vernetzten Literaturbewegung im digitalen Zeitalter sprachen Vorstandsmitglieder beteiligter Autorenverbände.

Foto: Regine Möbius, VS

Auf dem Podium:
Diskussionsrunde
Eva Leipprand (VS),
Janet Clark (Mörderische Schwestern),
Gino Leineweber (TSWTC).

Moderation
Tobias Kiwitt
Vorstandssprecher Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA)

"Meinungsfreiheit und Meinungsverantwortung von Autoren im digitalen Zeitalter“ – das Netzwerk Autorenrechte zu Blog- und E-Book-Zensur im Netz, Online-Harassment, warum Schreiben politisch ist und die Freiheit des Wortes so bedroht ist wie nie zu vor.
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Fotos: Felix Hille, Hans-Peter Roentgen


Auf dem Podium: Zoë Beck (Schriftstellerin, Verlegerin, Mitglied des PEN-Zentrums), Imre Török (Türkei-Kenner, stv. Bundesvorsitzender VERBAND DEUTSCHER SCHRIFTSTELLER (VS)) und Tobias Kiwitt (Vorstandssprecher Bundesverband junger Autoren und Autorinnen) Nina George (Bestsellerautorin „Das Lavendelzimmer“, PEN-Beirätin) moderierte die Veranstaltung.